Nachhaltige Wildsammlung

Viele Heil- und Aromapflanzen stammen aus Wildsammlung. Sie sind als Inhaltsstoffe für Kosmetika, Lebensmittel oder Medizin gefragt. Von bis zu 70.000 weltweit genutzten Heilpflanzenarten sind in etwa 15.000 durch Übernutzung und Lebensraumverlust bedroht. Die meisten davon können oft nicht konventionell angebaut werden. Wildsammlung stellt zugleich die Lebensgrundlagen von Sammler und Arbeitern sicher, die oft zu den ärmsten Bevölkerungsgruppen in den Herkunftsländern zählen.
 
Die Bio-Stiftung bzw. IMO setzt sich seit 2001 aktiv für die ökologische, soziale und ökonomisch verantwortungsbewusste Wildsammlung ein und hat in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern verschiedene Tools entwickelt, um langfristig den Erhalt der Pflanzen und ihre dauerhafte Nutzung sicherzustellen und denjenigen, die in die Sammlung und den Handel eingebunden sind, einen fairen Lohn für ihr Wissen und ihren Einsatz zu ermöglichen.

 

Neben einem Manual für die Bio-Wildsammlung wurden Trainingskurse für Sammler und Inspektoren bereitgestellt. Ein ganz entscheidender Schritt war die Entwicklung eines international anerkannten Standards zur nachhaltigen Wildsammlung von Heilpflanzen (so genannter ISSC-MAP), den im gemeinsam mit dem deutschen Bundesamt für Naturschutz (BfN), der Weltnaturschutzunion IUCN, dem WWF und TRAFFIC entwickelt hat. Er wurde 2008 Teil des weiter gefassten „FairWild-Standards”, an dessen Erarbeitung IMO wiederum massgeblich beteiligt war. Dieser Standard liefert seitdem Regierungen, Händlern und Sammlern weltweit konkrete Anleitungen für eine ökologische, soziale und ökonomisch verantwortungsbewusste Wildsammlung. Im Rahmen des Fair For Life Sozial und Fair Trade Zertifizierungsprogramms wurde zudem ein eigenes Modul speziell für den Bereich der Wildsammlung entwickelt.
 
Zahlreiche Wildpflanzen sammelnde Unternehmen u.a. aus Osteuropa (Balkan und Kaukasus), Südamerika, Südost-Asien und Afrika setzen heute die Kriterien der verschiedenen Standards um. An den konkreten Anleitungen orientieren sich neben Händlern und Sammlern auch Regierungen.
 
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